Ergebnisse

Hier werden Beobachtungsergebnisse wiedergegeben.

2003-02-25: Hurra, es ist soweit: Ich konnte meine erste Aufnahme eines Kleinplaneten mit meiner neuen CCD-Kamera machen.

(306) Unitas
(306) Unitas; Kreise kennzeichnen Objekte, die das Astrometrieprogramm erkannt hat

Oben rechts ist der Kleinplanet (306) Unitas zu sehen. Er ist etwa 49 Kilometer groß und bewegt sich im Hauptgürtel zwischen Mars und Jupiter. Aufnahmedaten: Aufnahmebeginn 21:36:30 UT, 2003-02-25, Belichtungszeit 10 Sekunden, 9 Bildpunkte des CCD-Chips sind zu einem Bildpunkt zusammengefasst (Binning 3x3). Die Sterne sind sehr verwaschen; die Fokussierung ist verbesserungsbedürftig.

Die schwächsten auf diesem Bild sichtbaren Sterne haben eine Helligkeit von 15,0m. Unitas hat eine Helligkeit von 13,0m. Die Nachführung erfolgte lediglich durch die Teleskopsteuerung; weitere Korrekturen erfolgten nicht. Nun geht es darum die Fokussierung besser zu beherrschen und längere Belichtungszeiten zu realisieren. Auf geht's.


2003-03-28: Die Korrektur der Nachführung des Teleskops ist nun aktiv und es gelingen mir Aufnahmen über längere Belichtungszeit.

Jupiter dient wieder als Fokussierobjekt; danach schwenke ich zu (2300) Stebbins, welcher sich in der Nähe der Ekliptik befindet. Stebbins ist 16,9 m hell und somit erst bei längerer Belichtung auf dem Bild zu erkennen. Als Belichtungszeit wähle ich 600 Sekunden. Da die Luftunruhe (engl. Seeing) gering ist, gelingt mir eine Aufnahme bei der die Sterne nicht allzu verwaschen sind. Ich lasse die Kamera 2x2 = 4 Bildpunkte zu einem Bildpunkt zusammenfassen. Ein Dunkelbild, welches Fertigungstoleranzen beim CCD-Chip ausgleichen kann bringt die Kamera automatisch hinzu indem sie ebenfalls für 600 Sekunden den Chip mit geschlossener Blende "belichtet".


Stebbins im Sonnensystem

 


Stebbins in der Nähe Jupiters

 


Stebbins auf der CCD-Aufnahme

Stebbins nach Analyse durch Software

Deutlich zu sehen ist, das die Software schwächere Objekte als das menschliche Auge erkennt. Dies ist so, da das CCD-Bild aus bis zu 2^16 = 65536 Grauwerten besteht, das menschliche Auge jedoch nur rund 60 Grauwerte (von Weiß bis Schwarz) unterscheiden kann. Die Positionsbestimmung durch die Software ist nun bereits so gut, dass die Messwerte anderen Beobachtern dienen können. Die Bilddiagonale des hier gezeigten Bildausschnitts beträgt etwa 10 Bogenminuten. Der Vollmond hat einen Durchmesser von etwa 30 Bogenminuten (= 0,5 Grad).

Mein nächstes Ziel: Die Bilder sollten mit dem sogenannten "Flat-Field"-Bild korrigiert werden. Dies ist ein Hellbild, welches die unterschiedlich starke Aufnahme von Photonen bei den Bildpunkten wiedergibt. Kombiniert man das Hellbild mit der Aufnahme entsteht ein exakteres Bild. Auf geht's.


2003-05-30: Nach zwei Beobachtungsabenden mit Problemen der Nachführung und aufkommenden Wolken konnte ich in dieser Nacht einige Aufnahmen anfertigen. Die Nachführprobleme resultierten daraus, dass ich die Kamera bei den letzten beiden Beobachtungen höhenverkehrt an's Teleskop montiert hatte. Tja, das kommt auch vor!

Zuerst wurde (1796) Riga im Abstand von einigen 10 Minuten mehrfach fotografiert, dann auch (754) Malabar, welcher viel höher am Himmel stand. Bei Riga stellte sich bei der Auswertung am nächsten Tag heraus, dass Dunst die Aufnahmen unbrauchbar gemacht hatte. Erstmals versuchte ich auch Nebel und Galaxien aufzunehmen. Diese Bilder sind unter www.lx200.de zu sehen.

Zur Anwendung kam diesmal bei allen Bildern die Korrektur mittels Flat-Field Bildern (Hellbilder). Außerdem konnte ich das Seeing mit etwa 3 Bogensekunden bestimmen. Dieser Wert ist bei Beobachtungsstationen üblich.

Bildfolge von 3 Bildern (Ausschnitt des Gesamtbildes)
Bildfolge von 3 Bildern vom Kleinplanet (754) Malabar

Zu sehen ist hier der Kleinplanet mit einer Helligkeit von 14,1 m, der mit fortschreitender Zeit von links nach rechts wandert. Malabar's Durchmesser wird auf 80 Kilometer geschätzt. Das Bild ist seitenrichtig. Nach genauerer Auswertung ergibt sich eine Bewegung von 0,51"/min in Richtung 291,9 Grad. Software zur Bahndatenermittlung gibt 0,50"/min in Richtung 291,2 Grad an. Aktuelle Bahndaten sind gegeben. Zur Ermittlung der Position werden in den drei Bildern je mindestens 140 Sterne herangezogen.

Die ermittelten Positionen werden neben anderen wichtigen Informationen in der Form

00754 C2003 05 30.99963 17 15 14.58 +11 14 46.2  14.3 V XXX
00754 C2003 05 31.02568 17 15 13.40 +11 14 53.0  14.4 V XXX
00754 C2003 05 31.03890 17 15 12.78 +11 14 56.5  14.4 V XXX

zur Internationale Astronomische Union (IAU) geschickt und dienen dort der Aktualisierung der Bahndaten.


2003-07-18: Jetzt will ich es wissen: Am 15. und 18. Juli beobachte ich die Kleinplaneten (1337) Gerarda, (1828) Kashirina, (2048) Dwornik, (2150) Nyctimene, (3522) Becker, (3893) DeLaeter, (3915) Fukushima, (4395) Danbritt, (4653) Tommaso und (4899) Candace. Alle entsprechen den Anforderungen nach Helligkeit und laufender Nummer, wie sie für Anfänger in der Kleinplanetenastrometrie empfohlen werden. Am Ende der Beobachtungen werden 100 Flatfield (Hell-)Aufnahmen gemacht und zu einem Master-Flat gemacht. Alle Bilder werden mit dem Master-Flat korrigiert.

Alle am 15. und 18. beobachteten Kleinplaneten

Es gelingen mir 80 Bilder bzw. Messungen, wovon nach genauester Prüfung 37 Positionen übrig bleiben. Diese werden zum Minor Planet Center der IAU geschickt.


2003-07-30: Das Minor Planet Center teilt mir den Observatory Code A34 zu. Damit vereinfacht sich der Datenaustausch mit dem MPC.


Deutsche Beobachtungsstationen mit einem IAU Observatory code; etwa die Hälfte der aufgeführten Stationen sind aktuell nicht an Positionsbestimmungen beteiligt


2004-10-20: Letzte Beobachtungsnacht in 2004. In 2004 konnte ich 515 Messungen an die IAU senden. Das war ein hochgestecktes Ziel welches ich erreicht habe.


2005-02-28: Erstmalig Jupiter-Trojaner astrometriert. Nachdem ich bisher nahezu nur Hauptgürtelkleinplaneten astrometriert habe entstand der Wunsch, entferntere Kleinplaneten aufzunehmen.

Es gelang mir an diesem Abend drei Jupiter-Trojaner aufzunehmen und zu astrometrieren:

(1867) Deiphobus, (2207) Antenor und (3317) Paris


Deiphobus und Paris haben eine beträchtliche Bahnneigung von über 26 Grad.

Trojaner sind etwas schwerer als Hauptgürtelkleinplaneten zu beobachten, da die hellsten Objekte nur eine Helligkeit von etwa 15,5 mag haben. Sie bewegen sich ähnlich der Bahn des Jupiters um die Sonne.


2005-05-05: In dieser Karte sind alle deutschsprachigen Beobachtungsstationen zu sehen, welche in 2004 Positionsbestimmungen an die IAU gemeldet haben.


Deutschsprachige Beobachtungsstationen mit Positionsbestimmungen in 2004


2006-11-26: Der Kleinplanet (005143) Heracles, zur Familie der Apollo-Kleinplaneten zugehörig, der sich zur Aufnahmezeit mit 3"/Minute bewegt.

(005143) Heracles als Strichspur in einer 5 Minuten belichteten Aufnahme
(005143) Heracles über einen Zeitraum vom 5 Minuten im Sternbild Andromeda belichtet. Eine Strichspur entsteht (Die Bewegung ist von oben links nach unten rechts). Rote Kreise kennzeichnen Objekte aus dem UCAC2-Katalog.

Nachgestellte Situation in Sonnensystemansicht durch Schräg- und Draufsicht
Nachgestellte Situation in zwei verschiedenen Ansichten zum Aufnahmezeitpunkt, erstellt mit EasySky und zudem nachbearbeitet.